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Historische Korrektheit

Wie viel historische Korrektheit braucht ein Roman?

In meinen Romanen verwende ich häufig historische Personen, die ich im Kontext der historischen Umstände gestalte. Allerdings kann ich weder die damaligen Lebensumstände noch die Charaktere der Personen so darstellen, wie sie damals waren.

Die erste Einschränkung liegt daran, dass man nicht alles über die damalige Zeit weiß. Es existieren historische Aufzeichnungen, die teilweise durch das Eigeninteresse oder andere Hintergründe des Schreibenden verzerrt dargestellt werden. Es gibt den Spruch "die Geschichte wird von den Siegern geschrieben". Aufzeichnungen der Römer über andere Völker stellen also nicht notwendigerweise eine unverzerrte Wahrheit dar, sondern sind gefärbt durch deren Ansichten.

Eine andere Ursache ist, dass ein Roman ein Roman ist und keine historische Abhandlung. Das soll nicht bedeuten, dass ich eine jener Mehrheit der Autorinnen im Genre "historischer Liebesroman" gehöre, die so viele historische Elemente wie möglich auslassen, um sich sowohl Fehler als auch Recherche zu ersparen. Mitnichten zähle ich mich zu diesen. 
Allerdings ist es weder sinnvoll, einen historischen Liebesroman mit Details zu überladen (hier befinden sich meine ohnehin schon öfters an der Grenze für dieses Genre) noch sollte der Plot, die Handlung und die zentrale Liebesgeschichte vernachlässigt werden, um eine historische Handlung zu kopieren.

Ein weiterer Faktor ist, dass ich auch nur ein Mensch bin und Fehler machen kann. Selbst bei Georgette Heyer haben sich Fehler eingeschlichen, auch wenn einige heutzutage der Ansicht sind, sie habe dies mit Absicht getan, um jene Autorinnen in die Irre zu führen, die ihre einzige "Recherche" aus ihren Werken bezogen haben. Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.

Ich bin stets bestrebt, die damaligen Lebensumstände und die politischen Einflüsse einzubeziehen und so korrekt wie möglich darzustellen. Die heutige Zeit mit der Verfügbarkeit von zahlreichen Büchern und des Internets gibt keinerlei Rechtfertigung dafür, ganz auf historische Recherche zu verzichten. Dies führt unweigerlich zu jenen Romanen, deren zeitlicher und örtlicher Hintergrund austauschbar ist, ebenso wie in großen Teilen die Handlung.