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Montag, 29. September 2014

Amazon vs. Hachette, Bonnier & Kindle Unlimited

Da in den deutschen Übersetzungen sonst meistens die Hälfte der Informationen weggelassen werden und die Berichterstattung sehr einseitig erfolgt:

Amazon wollte 50% der eBook-Erlöse von Hachette und Bonnier, wenn diese weiterhin auf hohe eBook-Preise von $12.99 und $14.99.
Schon von der KDP-Margenpolitik  ist bekannt, dass Amazon eBook-Preise von $2.99 bis $9.99 anstrebt, sowie günstigere eBook-Preise in Relation zur entsprechenden Printbookausgabe. Wobei hier die Grenze nach unten genauso gelegt wird wie nach oben.

Machen wir mal einen Reality-Check. Der Bundesbürger kauft pro Jahr durchschnittlich etwa SIEBEN Bücher. Darin sind Geschenkbücher, Ratgeber, Reiseführer etc. einbegriffen.

Dies entspricht einem durchschnittlichen eBook-Preis von $6.49, also keineswegs billigstes Verramschen.

Dieselbe Preispolitik von eBook-Preisen von einer maximalen Höhe von $9.99 wollte Amazon erzwingen, indem es vorschlug, weiterhin nur 30% Marge zu nehmen, sollte Hachette dieser Preispolitik zustimmen . Diese 50% würden sie also nur bei den höheren eBook-Preisen nehmen.

Desweiteren schlug Amazon vor, dass die 70%, die Verlage einbehalten würden, die Hälfte davon, 35% die Autoren erhalten sollten. Bislang erhalten sie 15-25%, manchmal noch weniger.


Machen wir mal einen Reality-Check. Der Bundesbürger kauft pro Jahr durchschnittlich etwa SIEBEN Bücher. Darin sind Geschenkbücher, Ratgeber, Reiseführer etc. einbegriffen.
Für Vielleser spielt der eBook-Preis durchaus eine Rolle. Auch für die Werke unbekannter Autoren werden Preise von bis zu 4,99 EUR meist angenommen, was ungefähr dem von Amazon veranschlagten Durchschnittspreis von $6.49 entspricht.

Bücher konkurrieren leider nicht nur mit anderen Büchern, sondern in noch viel größerem Ausmaß mit dem Internet, PC-Spielen, Filmen, Sport, Freizeitparks und was weiß ich noch.

Daher erscheint die Preispolitik von Amazon sinnvoll. Auch das Streaming-Angebot KINDLE UNLIMITED ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar, auch wenn mir der monatliche Preis dafür zu niedrig vorkommt. Wir dürfen davon ausgehen, dass es sich um einen Einführungspreis handelt, um Kunden zu binden. Danach erhöht sich dieser wie bei Prime.

Gerade die unbekannteren Autoren könnten davon profitieren, da das Streaming von deren Werke risikolos ist, während die ganz großen Bestsellerautoren am lautesten aufschreien dürften, die bisher auf sichere Verkäufe in größerem Ausmaß hoffen durften.

Auch könnte es tatsächlich die Lesekultur fördern, insbesondere deren Vielfältigkeit und Verbreitung, falls das Herrn Bezos Ziel ist neben Profit natürlich. Letzteres könnte genau jene Vorgehensweise erhöhen.

Dass sein Unternehmen keines dieser Heuschrecken-Unternehmen ist, sondern sehr viel reinvestiert, sollte man eigentlich positiv bewerten in Zeiten, in denen viele Dachgesellschaften nur noch aus ihren Firmen heraussaugen was geht. Um sein Unternehmen auszubauen, verzichtet er sogar auf seine Gewinne.

Als Autorin sehe ich Kindle unlimited mit gemischten Gefühlen entgegen und frage mich, ob eine breitere Lesekultur dafür ausreicht, dass es sich lohnt, Bücher zu schreiben. Für Indie-Autoren ist damit eine Investition von mindestens 500 bis 4.000 EUR pro Buch gemeint für das Lektorat, Korrektorat, die Covergestaltung und die Konvertierung, die auch wieder reingeholt werden sollten, abgesehen von der immensen, allzu oft unterschätzten Arbeitszeit, die darin steckt.