BLOGGER TEMPLATES AND TWITTER BACKGROUNDS »

Montag, 6. Januar 2014

DRM oder nicht DRM, das ist keine Frage.

Bisher hatte ich die meisten meiner Werke DRM-frei veröffentlicht zu sehr günstigen Preisen.

Da ich viele meiner Werke, auch die unter meinen anderen Pseudonymen, auf mehreren Piratenseiten im Netz gefunden habe, werde ich fortan nur noch MIT DRM veröffentlichen. Falls es jemanden stört: Bedankt euch bei den Piraten.

Wie viele Verkäufe mir dadurch verloren gegangen sind, sei mal dahingestellt. Es geht ums Prinzip. Was hier passiert ist, das ist einfach eine große Schweinerei. Weniger wertschätzen kann man einen Autoren gar nicht.

Meine Umfragen unter normalen Lesern aus meinem Bekanntenkreis haben allerdings ergeben, dass der absolute Großteil sich überhaupt nicht um DRM schert. Einige wusste nicht mal, was das ist. Der sehr starke Verkaufsanstieg von Tolino, bei deren Allianzmitgliedern die Bücher im Regelfall mit DRM angeboten werden, spricht eine eigene Sprache.
Dabei ist es unerheblich, dass irgendwelche Communitys gegen DRM wettern. Wobei sich hier ohnehin die Frage stellt, welche Interessengruppe das in Umlauf gebracht hat. Für mich zählen nur Fakten.
Mich selbst als Leserin hat das DRM auch nie gestört. Ich weiß bei den meisten nicht mal, ob DRM drauf ist oder nicht.

Amazon erlaubt es, auf ZEHN Geräten gleichzeitig zu lesen. Tolino erlaubt es, auf SECHS Geräten gleichzeitig zu lesen, mit der Option, weitere freischalten zu lassen. Reicht das denn wirklich nicht?

Von Kindle gibt es Gratis-Apps für den PC, Smartphones und Tablets. Jeder Reader-Hersteller, der halbwegs was auf sich hält, wird genügend Apps zur Verfügung stellen.

Also mir genügt ja mein Kindle ...

Hintergrund dessen ist die rechtliche Lage, die mich ohne DRM viel schlechter stellt.
Wenn mir etwas gestohlen wird, weil ich meine Haustür offen gelassen habe, wird das vom Gericht weitaus weniger bestraft werden als ein Einbruchdiebstahl. Anders ausgedrückt: Wenn ich DRM-frei verkaufe, dann habe ich deutlich weniger rechtliche Handhabe, gegen Piraterie vorzugehen als mit DRM. Das wird mir auch jeder Richter sagen, sollte so etwas vor Gericht gehen.
Auch hat es bei einigen KDP Select-Autoren schon zu Problemen und sogar Sperrungen des Kontos geführt, als ihre Bücher raubkopiert wurden, da die Autoren sich vertraglich dazu verpflichten, exklusiv bei Amazon zu veröffentlichen. Ohne DRM haben sie auch hier einen deutlich schlechteren Stand.

Es ist unerheblich, wie schnell das DRM zu knacken ist. Es zu knacken und die eBooks zu verteilen ist jedenfalls ein größerer Strafbestand als ein DRM-loses eBook zu verteilen. Der Pirat wird dann mit hoher Wahrscheinlichkeit so argumentieren, dass es ihn verleitet hat, weil es so einfach ging. Es war halt die Versuchung da ...
Wenn er ein DRM knackt, sieht es wirklich ganz anders aus ...

Denn Diebstahl ist das freie Verteilen von eBooks zweifelsohne, sei es auf Piratenseiten oder per E-Mail an Kumpels oder Freunde. Bei den günstigen Preisen meiner eBooks sollte das wirklich nicht nötig sein. Ich empfinde es als schlimm, dass Bücher offenbar nichts mehr wert sind.
Von der angeblichen Werbewirksamkeit von Piratenseiten habe ich bisher übrigens nicht das Geringste bemerkt. Diese Leute wollen einfach so viel wie möglich kostenlos haben.

Übrigens handelt es sich bei vielen Filesharing-Websites eigentlich um Pishing-Websites ...

Ich investiere sehr viel in meine Bücher. Als Erstes war das eine mehrjährige Creative Writing-Ausbildung durch viele Lehrwerke, was sich auch summiert hat.
Wenn man wirklich gut schreiben will, kostet das wahnsinnig viel Zeit, da man recherchiert, etliche Male überarbeitet und Korrektur liest. Als Indie bezahlt man jemanden, der alles Probe und Korrektur liest. Man bezahlt die Cover, bezahlt die Programme, mit denen man arbeitet und womöglich noch Rezensionsexemplare. Auch als Verlagsautor bezahlt man diese, wenn auch indirekt.
Hier summiert sich einiges, was in keinem Verhältnis zu meinen niedrigen Buchpreisen steht. Muss man derart günstige Bücher auch noch raubkopieren?